____hallo:radio

Was zeichnet einen Stadtteil und seine Bewohner*innen aus und welche klanglichen Assoziationen weckt ein Ort wie Wilhelmsburg, der sich durch eine ebenso vielfältige Bevölkerung wie Natur- und Industrielandschaft auszeichnet? Georg von Rüdiger, Lorenzo Toma und Jakob Veselov, Studierende an der HAW und Bewohner des Stadtteils, begaben sich auf eine klangliche Erkundungstour auf der Elbinsel, sammelten Fieldrecordings aus industriellen Betrieben und Naturschutzgebieten, Verkehrsgeräusche und Stimmen aus der Nachbarschaft. In darauffolgenden Workshops und einer Installation auf dem Stübenplatz wurde die Auseinandersetzung mit der urbanen Klangkulisse weiter vertieft. Die Ergebnisse dieses Erkundens flossen in ein viertägiges Radioprogramm ein, welches vom Archipel auf dem Kulturkanal aus gesendet wurde. Dazu wurden DJs und Live-Musiker*innen aus Wilhelmsburg und ganz Hamburg eingeladen, sich auf ihre Weise mit den Klängen einer Großstadt auseinander zu setzen und gleichzeitig mit ihrer Musik Teil der städtischen Klanglandschaft zu werden. Das HALLO: Radio war für Passant*innen auf dem Veringkanal hörbar und wurde über Radios, die auf dem Gelände der Zinnwerke platziert wurden, und über einen Internet-Livestream ausgestrahlt.

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Bevor Hallo:Radio auf Sendung ging, gab es allerhand musikalische Workshops:

Workshop Asmus Tietchens
»Sound of Wilhelmsburg«

Welche Möglichkeiten und Grenzen gibt es, im öffentlichen Raum (Wilhelmsburg) ortsspezifisch klanglich zu gestalten? Diese pauschale Frage soll detailliert mit Anwohner*innen, Designer*innen, Architekt*innen und an dieser Frage Interessierten diskutiert werden. Dabei stehen die Topographie des Stadtteils, seine alte und neue Architektur, seine Geschichte und natürlich seine Bewohner*innen im Fokus der Überlegungen.


»Musical Life Of Willyburg«
mit Sebastian Reier aka Booty Carrell
und Gast Fatoumata Aidara aka DJ Fatou

Was tönt aus den Häusern, Bars, Autos – wozu wird auf Hochzeiten getanzt? Welche Musik strömt durch die Adern in einem Stadtteil, der diverser nicht sein könnte? Abseits der BRD-Leitkultur, unbemerkt von Funk und Fernsehen fand migrantische Kultur bei eigenen Gelegenheiten, in eigenen Räumen statt. Was Hamburg betrifft, sind die Elbinseln selbstredend ein Fixpunkt. Der (selbsternannte) Vinylarchäologe und musikalische Leiter des Festivals New Hamburg Booty Carrell gibt klanglichen und grafischen Einblick in türkische Musikproduktion in Deutschland. Dazu gesellt sich Fatoumata Aidara aka DJ Fatou. Die (ebenfalls selbsternannte) Veddelgalesin berichtet vom musikalischen Aufwachsen als Multikulturtentakel, zwei Stationen entfernt vom Hauptbahnhof.

Kulinarische Klangwelten wurden bei der konzeptionellen Essens-Tour »7 Gänge in Wilhelmsburg« ergründet.

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